Vertriebsrollen entlang der Lebensmittel-Lieferkette: Vom Zutatenhersteller bis zum Handel

Vertrieb in der Lebensmittelbranche ist kein einzelner Markt, sondern eine mehrstufige Kette mit jeweils eigener Vertriebslogik: Zutatenhersteller verkaufen an Lebensmittelhersteller, Lebensmittelhersteller verkaufen an den Handel, und der Handel verkauft an Endverbraucher. Wer als Recruiter oder Vertriebsleiter diese Kette nicht klar auseinanderhält, verwechselt leicht Rollenprofile, die auf den ersten Blick ähnlich klingen, aber grundverschiedene Fähigkeiten verlangen.

Stufe eins: Zutaten- und Rohstoffhersteller verkaufen an Lebensmittelhersteller

An dieser ersten Stufe stehen Unternehmen, die Aromen, Zusatzstoffe, Verpackung, Gewürze, Agrarrohstoffe oder Convenience-Komponenten an Lebensmittelhersteller verkaufen. Die zentralen Rollen sind hier der Key Account Manager Zutatenindustrie mit seinen Senioritätsstufen vom Junior über Senior bis zum National Key Account Manager, geführt von einem Head of Sales Zutatenindustrie. Je nach Zutatenkategorie unterscheiden sich die Anforderungen deutlich: Aromen verlangen sensorisches Gespür, Zusatzstoffe regulatorisches Fachwissen, Verpackung technisches Verständnis für Barriereeigenschaften, Gewürze Rohstoffkenntnis, Agrarrohstoffe Verständnis für Preisvolatilität, und Convenience-Zutaten eine wirtschaftliche Make-or-Buy-Argumentation. Der grundlegende Unterschied dieser Stufe zu allen nachfolgenden liegt in der Zielgruppe: Kunden sind hier immer andere Unternehmen, nie der Handel oder Endverbraucher direkt, was die Vertriebslogik deutlich technischer und langfristiger macht, wie unser Vergleich KAM Zutatenindustrie vs LEH im Detail zeigt.

Stufe zwei: Lebensmittelhersteller verkaufen an den Handel

An dieser zweiten, bereits gut dokumentierten Stufe unseres Food-Clusters verkaufen Lebensmittelhersteller ihre fertigen Produkte an den Handel. Die zentrale Rolle ist der Key Account Manager Lebensmittelindustrie, mit Spezialisierungen etwa für den klassischen LEH, Discounter, Private Label, oder auch regionale Handelsstrukturen wie EDEKA-Regionen und REWE-Regionen. Auch hier gibt es produktbezogene Spezialisierungen, etwa für Molkerei, Getränke, Fleischindustrie, Backwaren, Tiefkühlkost, Bio und Naturkost oder Convenience, jeweils mit eigener Handelslogik. Für diese Stufe existiert bereits ein umfassendes Playbook mit Interviewfragen, einer Scorecard, Gehaltsbenchmarks und einem 30-60-90-Tage-Plan, das die häufigsten Fragen bei der Besetzung dieser Rollen beantwortet.

Wie du die richtige Stufe für deine offene Rolle identifizierst

Die einfachste Prüfung: Verkauft die Rolle an ein anderes Unternehmen, das das Produkt weiterverarbeitet, dann handelt es sich um Stufe eins, den Zutatenvertrieb. Verkauft die Rolle an den Handel für den Weiterverkauf an Endverbraucher, handelt es sich um Stufe zwei, den klassischen Food-Handels-KAM. Für Führungsrollen, die beide Stufen überblicken müssen, etwa bei vertikal integrierten Unternehmen, hilft unser Vergleich zwischen B2B-Zutatenvertrieb und B2B2C-Handelsvertrieb, um Anforderungen sauber zu trennen. Für Kandidaten, die zwischen beiden Stufen wechseln möchten, haben wir einen eigenen Karriereartikel zum Wechsel vom Zutaten-KAM zum Lebensmittelindustrie-KAM verfasst, der die notwendige Umstellung im Detail beschreibt.

Wie viele Stufen hat die Vertriebskette in der Lebensmittelbranche?

Grundsätzlich zwei zentrale B2B-Stufen: Zutaten- und Rohstoffhersteller, die an Lebensmittelhersteller verkaufen, und Lebensmittelhersteller, die an den Handel verkaufen. Danach folgt der Verkauf vom Handel an den Endverbraucher, der eine eigene, meist nicht klassisch B2B-vertriebliche Logik hat.

Welche Vertriebsrolle passt zu welcher Stufe der Lieferkette?

Für die Zutatenhersteller-Stufe sind Rollen wie Key Account Manager Zutatenindustrie mit ihren Senioritätsstufen relevant. Für die Herstellerstufe, die an den Handel verkauft, sind Rollen wie Key Account Manager LEH, Discounter oder Private Label typisch, jeweils mit produktspezifischen Varianten wie Molkerei oder Getränke.

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Sales Recruiting & Commercial Leadership

Moritz Blüml (hier mehr erfahren) besetzt seit über zehn Jahren Sales-, Key-Account- und Führungsrollen und hat mehr als 300 Vermittlungen persönlich durchgeführt und mehr als 2.000 Vermittlungen fachlich begleitet.

Sein Fokus: Vertriebsprofile, die nicht nur im Lebenslauf überzeugen, sondern beim Kunden Wirkung erzeugen, intern Akzeptanz schaffen und im Job wirklich liefern.

Autor

Moritz Blüml

Moritz Blüml

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