92 Prozent Besetzungsquote: Was hinter dieser Zahl wirklich steckt

92 Prozent ist im Personalberatungs-Markt eine auffallend hohe Zahl. Branchendurchschnitt liegt eher bei 60 bis 75 Prozent. Wir erklären offen, wie wir die Zahl messen, warum sie so hoch ist und was die fehlenden 8 Prozent ausmacht. Transparenz statt Werbeversprechen.

Wie wir Besetzungsquote definieren

Unsere Besetzungsquote misst, in wie viel Prozent unserer angenommenen Mandate eine erfolgreiche Vertragsunterschrift innerhalb von 6 Monaten zustande kommt. Wir zählen also Mandate, nicht Vorstellungen. Wir zählen Vertragsunterschriften, nicht Vorstellungen oder finale Interviews. Diese Definition ist streng. Manche Anbieter in der Branche zählen anders, etwa nur erfolgreiche Vorstellungen oder nur abgerechnete Mandate, was die Vergleichbarkeit erschwert. Wer mit Besetzungsquoten wirbt, sollte transparent machen, wie er zählt.

Warum die Quote so hoch ist

Drei Faktoren erklären die 92 Prozent. Erstens, wir nehmen nicht jedes Mandat an. Wenn das Profil unscharf, das OTE-Band unrealistisch oder die kulturelle Passung erkennbar schwierig ist, sagen wir das im Briefing-Gespräch und entweder klären wir gemeinsam die Vorphase oder lehnen das Mandat ab. Zweitens, wir arbeiten ausschließlich im B2B-Sales-Bereich, in dem wir tiefe Marktkenntnis haben. Drittens, das gepflegte Netzwerk an passiven Top-Profilen reduziert die Suchphase und erhöht die Match-Wahrscheinlichkeit. Klingt unspektakulär, in der Summe ist es der Unterschied.

Was die fehlenden 8 Prozent ausmacht

Etwa die Hälfte der nicht besetzten 8 Prozent sind Mandate, die der Auftraggeber selbst pausiert oder einstellt, oft wegen interner Umstrukturierungen, Budget-Veränderungen oder strategischer Neuausrichtung. Die andere Hälfte sind Mandate, in denen das Profil mid-Mandat so stark verändert wurde, dass wir die Suche neu starten müssten, oder in denen der Auftraggeber sich am Ende für eine Inhouse-Besetzung entschieden hat. Reine Markt-Versagen, in denen wir keine passenden Kandidaten gefunden hätten, sind in dieser Quote nahezu nicht enthalten.

Wie wird Besetzungsquote in der Branche typischerweise gemessen?

Sehr unterschiedlich. Manche Anbieter zählen vorgestellte Profile, andere finale Interviews, wieder andere nur abgerechnete Mandate. Eine standardisierte Definition gibt es nicht. Bei Vergleichen lohnt sich die direkte Frage, was genau gezählt wird. Realistische Branchendurchschnitte liegen bei 60 bis 75 Prozent.

Ist eine zu hohe Quote ein Warnsignal?

Kann sein, wenn die Quote unrealistisch wirkt. Eine 99-Prozent-Quote würde uns selbst skeptisch machen, weil sie statistisch unwahrscheinlich ist und auf selektives Reporting hindeutet. 92 Prozent ist hoch, aber erklärbar durch Spezialisierung und Mandatsannahme-Disziplin. Wer eine Quote nennt, sollte erklären können, wie sie zustande kommt.

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Sales Recruiting & Commercial Leadership

Moritz Blüml (hier mehr erfahren) besetzt seit über zehn Jahren Sales-, Key-Account- und Führungsrollen und hat mehr als 300 Vermittlungen persönlich durchgeführt und mehr als 2.000 Vermittlungen fachlich begleitet.

Sein Fokus: Vertriebsprofile, die nicht nur im Lebenslauf überzeugen, sondern beim Kunden Wirkung erzeugen, intern Akzeptanz schaffen und im Job wirklich liefern.

Autor

Moritz Blüml

Moritz Blüml

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